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zum Aussterben des Neandertalers

über den Tod des einen und den Siegeszug des anderen

Als der homo sapiens vor 50-40.000 Jahren in Europa auf den Neandertaler traf, traten sich beide MenschenRassen nicht unbedingt gleich feindlich gegenüber. Sie erkannten einander als artverwandt. Doch mit dem Fortschreiten der Kälte wurden die Territorien zusehens kleiner. Fruchtbare Nischen wurden nun hart umkämpft. Und obwohl der Neandertaler stärker war, hatte er gegen die handwerkliche Technik des homo sapiens keine Chance. Zudem sich herausstellte, dass der sich mit anderen FamilienClans zu grösseren Gruppen zusammenschliessen konnte, um die Neandertaler zu vertreiben.
Neandertaler
Hier zeigte sich am gravierendsten die Schwäche des Neandertalers: Er kannte keine weitergehende Zusammengehörigkeit ausser dem engsten FamilienKreis. Seine Unfähigkeit zu grösseren sozialen Verbänden, was auch den Handel mit anderen betraf, hinderte ihn daran, sein eigenes Gebiet gegenüber Eindringlingen zu verteidigen. So musste er in kältere Gegenden ausweichen. Zwar war er aufgrund seiner gedrungenen KörperStatue und den kälteresidenten GesichtsMerkmalen (breite NasenLöcher, um die Luft vorzuwärmen, AugenWülste gegen die tiefliegende Sonne) für diese Temperaturen besser geeignet. Aber die grössere Fruchtbarkeit und Langlebigkeit des homo sapiens (weniger JagdUnfälle, bessere medizinische Behandlung, bessere WerkZeuge) zwangen ihn, immer weiter auszuweichen, bis auch sein Metabolismus seine Grenzen fand beziehungsweise er an regionale, unüberwindliche Hindernisse wie Gebirgszüge oder Meere stiess.
So gelangte er bis Gibraltar und schaute zum afrikanischen FestlandSockel hinüber, den er einst in mühevollen Wanderungen verlassen hatte, um eine neue Heimat zu finden.

Es ist wohl so gewesen: Der homo sapiens hat den Neandetaler verdrängt. Aber nicht, weil er aggressiv gegen ihn vorging. Sondern weil der andere ihm kulturell (handwerklich) und sozial (GruppenZusammengehörigkeit) unterlegen war. Zwar hatte auch er ein festes Sozialgefüge, denn seine Babys kamen wie die des sapiens relativ unfertig auf die Welt. Sie wuchsen langsam heran und waren von der Fürsorge der Eltern abhängig. Der Neandertaler besass jedoch nicht ihre Werkzeugtechnik, er lebte und jagte gefahrvoller, er war weniger fruchtbar (eine Art stirbt aus, wenn bei einer Population von 10.000 nur 2 pro Jahr mehr sterben als geboren werden), die Kindersterblichkeit war höher, und er wurde insgesamt nicht so alt.
Insgesamt hatte sich der Neandertaler auf ein kaltes Klima körperlich eingestellt, d.h. spezialisiert. Kälte fordert einen kompakten Körperbau. Seine Knie- und Hüftgelenke waren massiv, die Schulterregion wies ganz andere Muskelansatzflächen auf als beim sapiens, das Hüftgelenk war wie bei einem trampelnden Gang stärker zur Seite ausgesrichtet. Zudem hatte er kurze, stämmige Handknochen, einen tonnenförmigen Brsutkorb und grosse Lungenflügel.
Doch die letzte Eiszeit war zu kalt. Der Neandertaler fand nicht mehr genug Zeit, um sich weiter körperlich anzupassen. Aber auch eine dichtere Behaarung hätte ihm nicht gereicht. Die Vegetation änderte sich rapide, das Eis kroch voran, Tiere zogen weg. Er selbst lebte bis vor 24.000 Jahren auf Gibralter. Doch da war seine Population schon zu klein. Der homo sapiens okkupierte die wenigen lebensfreundlichen Räume und bildete einen Grenzwall zwischen dem unwirtlich gewordenen Norden und dem eisfreien Süden. Diejenigen, die es dorthin schafften, waren zu wenige, um sich endlos zu vermehren. So ist der kärgliche Rest wohl im neuen Menschen aufgegangen. Es gab sehr wahrscheinlich Vermischungen, doch ihre anatomischen Merkmale sind im modernen Menschen untergegangen. Eine Neandertaler-DNA zeigt im Vergleich zum heutigen Menschen 27 Abweichungen auf. Wir haben untereinander jedoch nur maximal 8 unterschiedliche Basenpaare. Aber das beweist nur, dass wir keine gemeinsame Vorfahren haben. Nicht, dass nicht eine noch so geringfügige Vermischung möglich gewesen sein könnte.

Die homo erectus-Art Asiens, die in China zum PekingMensch und in Indonesien zum JavaMensch wurde, überlebte im Gegensatz zum Neandertaler. Hier war es stets wärmer, mehr fruchtbare Erde verblieb, so dass es kaum zu GebietsStreitigkeiten kam. Ein Beweis dafür, dass der Mensch und die Nachfahren des erectus durchaus friendlich nebenher existieren konnten. Zumal es ihnen in Asien gelang, sich erfolgreich miteinander zu paaren. Und somit auch ein Stück homo erectus und darin archaische Anteile des Neandertalers zu erhalten.