zur Geschichte
Organigramm der Entwicklung des Menschen (die roten Punkte werden rechts aussen ausführlicher dargelegt)
StammBaum
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in Jahren
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Namen + Ereignisse
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6-8 Mio
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Vormensch auf Bäumen
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5 Mio
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Vormensch verliess Bäume
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3,8 - 2 Mio
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australopithecus afarensis
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2,5 - 1,8 Mio
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homo rudolphensis
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1,9 - 1,5 Mio
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homo ergaster
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1,8 - 90.000
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homo erectus
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500.000
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homo heidelbergensis
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220-27.000
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homo neanderthalensis
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200.000
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homo sapiens
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80.000
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2. Ausbreitung
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40.000
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asiat. VölkerGemisch
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heute
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homo sapiens sapiens
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boisei
habilis

antecessor/
archäotypus
PekingMensch
JavaMensch
homo javaensis
indigenous tribes
Aborigines
Papua Neuguinea
espanolensis
floresiensis
Palau
Indianer
Inuits
Einige Wissenschaftler glauben Indizien gefunden zu haben, dass der aufrechte Gang nicht
erst in der Savonne entstanden ist.
Auf den Bäumen soll sich der Vormensch bereits aufrecht orientiert haben.
Es wurden BeckenKnochen gefunden, die diese These stützen.
Neueste Funde aus Kenia (Millennium-Mann) und Äthiopien (Ardipithecus) weisen nun auf einen Vorfahren des Menschen hin, der
bereits 6 Millionen Jahre alt ist. Die Entwicklungslinien von Affe und Mensch sind also schon länger getrennt.
Sedimentanalysen zeigen zudem, dass Ardipithecus in einer feuchten und waldigen Landschaft lebte.
Durch die Auffaltung der ErdScholle zu Gebirgen regnete es dort ab, so dass das dahinter
liegende Gebiet trockene Savanne wurde.
Der RegenWald mit seinen Bäumen ging zurück, und der Vormensch lernte, sich auf dem Boden zu bewegen.
Der australopithecus afarensis lebte in OstAfrika hatte noch ein kleines Gehirn im Vergleich zum
grossen Gesicht. Aber er ging bereits aufrecht. Dies beweist die Eintrittstelle des Rückenmarks
in das Gehirn. Es liegt an der Unterseite des Schädels und nicht wie bei den Menschenaffen schräg hinten.
Aller Wahrscheinlichkeit können sie aufgrund ihrer Nahrung in 2 Arten aufgeteilt werden: die eine
ass harte, vegetarische Körner (robustus), die andere war Allesfresser und grazil.
Erstere entwickelten eine starke Kaumuskulatur und übergrosse Backenzähne (die sich sehr schnell
abnutzten) und waren damit stark an die bestehende Umwelt angepasst. Ihre äussere Kopfform wurde nicht
durch die Schädelknochen, sondern durch Muskelpakete gebildet. Sie starben vor 1 Million Jahren
aus. Letztere aber lernten vor 2.6 Millionen Jahren durch die Entwicklung von (Geröll-)Werkzeug,
der Abhängigkeit von direkten Umwelteinflüssen zu entgehen.
Es scheint, dass die sich zum homo entwickelnde Gattung eher unspezialisiert war und sich somit
den verschiedensten Veränderungen offen zeigen konnte.
Der homo boisei (2,4 - 1,9 Mio Jahre) besass grosse, starke Kiefern, die ihm eine gezielte Ernährung
auf Samen und Pflanzen ermöglichte. Er war aus australopithecus robustus hervorgegangen. Aufgrund der
Spezialisierung konnte er sich veränderten Lebensdedingungen nicht anpassen und starb aus.
Der homo habilis (2,4 - 1,9 Mio Jahre) entwickelte sich aus australopithecus africanus im südlichen
Afrika. Er war vielseitiger und ass auch Fleisch. Dadurch mass sein Gehirn schon 800 cm³, er war
1,45 m gross.
Der homo rudolfensis (2,5 - 1,8 Mio Jahre) war gross und stark. Er konnte bereits
primitives WerkZeug zum Schneiden hestellen. Sein Hirn hatte ein Volumen von 900 cm³.
In Israel ist 2,3 mio altes Steinwerkzeug gefunden worden. Auch 1,8 mio alte Knochenfunde aus
Java lassen vermuten, dass die Auswanderung schon mit dem homo rudolfensis begonnen hat. Die
ältesten homo-Funde aus Malawi (2,5 Millionen Jahre) legen sogar den Schluss nahe, dass er schon
vor dem habilis in Ostafrika existierte.
Auch er vermied eine Nahrungsspezialisierung durch Werkzeugkultur. Damit zerlegte er Fleisch und
harte Körner gleichermassen. Er hatte sich aus den australopithecus afarensis entwickelt.
In dieser Zeit also gab es 2 homo-gattungen, die sich getrennt entwickelt hatten. Wahrscheinlich
ist aus rudolfensis der mensch hervorgegangen, während habilis ausstarb.
Vor 1,8 Millionen Jahren entwickelte sich aus dem homo rudolfensis der homo ergaster. Er war die
frühe Variante des homo erectus. Er hatte kein Fell mehr, so dass er schwitzen und die Hitze
besser vertragen konnte. Sein Hirnschädelvolumen war vergrössert, die Schädelbasisknickung war verstärkt
und der Zahnbogen rundlicher. Er besass viel Kraft und Ausdauer beim Tragen von Material
und Nahrung.
Er erfand den ersten FaustKeil, war sehr sozial und hatte bereits eine weisse Iris.
Sein Gehirn war 1 1/2 x so gross wie das des homo habilis. Nur durch hohen FleischKonsum konnte
es sich so entwickeln, da es nun 1/6 (20%) der ganzen Energie verbrauchte. Das ist 7 x mehr als
bei anderen Säugern.
Der homo erectus (1,8 - 90.000 Jahre) war der erste echte Mensch.
Er ging vor 1,5 Mio Jahren als erster über den Nil nach Asien.
Seine WerkZeuge waren bereits ausgefeiltere FaustKeile, der Anbeginn der kulturellen Evolution.
Sein Gehirn wies 1250 cm³ auf. Er hatte eine vorstehende, knorpelige Nase, was zu einer besseren
Thermoregulation der Atemluft führte und seiner läuferischen Gabe entgegenkam. Er war von
dunkler Haut, haarlos und besass Schweissdrüsen. Zusätzlich ermöglichte seine grosse Gestalt,
genügend Körperwärme abzustrahlen. Er nutzte auch als erster das Feuer. Dadurch konnte er das Fleisch
zubereiten und braten, so dass der Magen-Darm-Trakt wesentlich entlastet wurde und mehr Energie
für die HirnLeistung blieb.
Der archaische homo sapiens (archäotypus) ist ein Oberbegriff für den Übergang der damaligen
Frühmenschen zum archaisch modernen Menschen. Er entwickelte sich vor 500.000 Jahren in Afrika.
Der homo antecessor vor 800.000 Jahren ist der letzte gemeinsame Vorfahre von Neandertaler
und homo sapiens. Für viele gilt die Bezeichnung homo erectus nur für den asiatischen LebensRaum.
Doch bis vor 500.000 Jahren war er in Ostasien, Südostasien sowie Mittel- und Südeuropa
verbreitet.
Die Eiszeiten verhinderten zunächst eine Besiedlung aus dem Nahen Osten. Andererseits aber
ermöglichten sie ein erstes Eindringen nach Spanien noch vor den ersten Auswanderungen.
Der homo heidelbergensis (600 - 400.000 Jahre) lebte in Afrika und Europa. Er stammt vom
homo erectus ab als seine europäische Variante.
Alle Arten nutzten intensiv das Feuer, so dass sie ständig besser essen konnte. Sie hatten bereits
Kleidung (zunächst als Schutz gegen Mücken), stellten Fallen her und beherrschten schon etwas
Kunst, Musik und das SchmuckHandwerk. Aber immer noch waren sie Nomaden, die lediglich
Unterstände gegen Wind und Regen errichteten.
Ihr Äquivalent, das sich aus dem ercetus in Asien entwickelte, war der PekingMensch (500.000
Jahre) in SüdChina. Er war mit seinen ausgeprägten Überaugenwülsten, der flachen Stirn, dem
mächtigen Kiefer und den schweren Knochen dem
Javamenschen sehr
ähnlich.
Der homo neanderthalensis (220.000 - 27.000 Jahre) entwickelte sich in Europa und Persien.
Er war 1,50 m gross, besass eine flache Stirn, einen fliehenden UnterKiefer und hatte breite
Nasen und starke AugenWülste. Die Art der Nase liess die kalte Luft bereits
beim Einatmen erwärmen, letztere schützten ihn nicht nur gegen die tiefliegende Sonne,
sondern fingen auch das Beissen mit den kräftigen Kiefern ab.
Er konnte schon kunstvolle WerkZeuge herstellen und kannte auch die Bestattung der Toten.
Sein Hirn hatte ein Volumen von 1600 cm³. FelsMalereien und SchmuckHerstellung mag er sich
zunächst vom sapiens abgeschaut haben. Aber sicherlich war er auch fähig, diese
Fertigkeit weiter zu entwickeln.
Aufgrund der JagdVerletzungen wurde er meistens nicht älter als 30, konnte aber sonst bis zu 60
Jahre lang leben.
Der homo sapiens sapiens (200.000 Jahre) stammte aus Afrika und begann vor 150.000 Jahren, sich
dort weiter auszubreiten. Vor 120.000 Jahren begann er,
über den Yemen nach Asien und Europa einzuwandern. Persien erreichte er vor 100.000 und
Australien vor 60.000 Jahren.
Nach Europa kam er erst vor 40.000 Jahren, da die grossen Wüsten von Jordanien dazwischen
lagen. Erst nach jahrtausendelanger Dürre regnete es dort, und die Einwanderung wurde über
Indien und Russland möglich.
Vor 20.000 Jahren erreichte er Amerika, weil die BeeringStrasse während der EisZeit zugefroren war. Hier
siedelte er sich erst im Süden und nach der EisZeit im Norden an.
Er trug Kleidung, hatte eine hohe Stirn und besass bereits das Wissen um den eigenen Tod.
Grundsätzlich hatte er erstmals Vorstellungen seiner Umwelt (was sich mittlerweile regrediert)
und plante im Voraus. Am Ende der KältePeriode gab es ihn so oft wie heute den Gorilla,
d.h. vor 27.000 Jahren lebte in Europa z.B. auf 100 km² 1 Mensch.
Sein HirnVolumen beträgt nach wie vor 1550 cm³.
Als der homo sapiens vor über 65.000 Jahren in China und Indonesien ankam, schaffte er dies
mittels der SchiffFahrt über die Flüsse. Die BambusFlösse waren stabil, elastisch und sorgten
für einen hohen Auftrieb.
Dort hat er sich mit den Nachkommen des Peking- und JavaMenschen gepaart. Dies führte zum
heutigen asiatischen VölkerGemisch.
In Spanien wurden 27.000 Jahre alte Knochen des homo espaniolensis gefunden, die auch eine
Hybridbildung von Neandertalern und home sapiens belegen. Doch bis in die heutige Zeit konnte er
nicht bestehen.
Vor 60.000 Jahren erreichte der Mischling aus JavaMensch und homo sapiens per Floss Australien,
das damals kurzfristig nur 15 km vom FestLand entfernt war. Aufgrund der Isoliertheit blieb
diese Rasse 20.000 Jahre für sich.
Die Vermischung aller Völker hält bis heute an. Sie ist eine Eigenschaft unserer Zivilisation,
in der Distanzen problemlos überwunden werden können.
Vor 100.000 bis 40.000 Jahren war eine Vermischung in Asien und Indonesien zwischen Javamensch
und homo sapiens nur gering aufgrund ihrer kleinen Anzahl. Am Ende dieser Epoche setzten die
amerikanischen Indianer und Inuits über die Beringsee und die heutigen Aborigines nach
Australien. Letztere lebten aufgrund des InselStatus lange isoliert und bewahrten ihr Aussehen.
Sie vermischten sich lediglich mit dem dortigen homo javaensis mixtus und vor über 200 Jahren
noch einmal mit den Europäern.
In Asien aber schritt die Vermischung mit der wachsenden Bevölkerung mittlerweile immer schneller
voran, so dass ihre Unterschiede heute marginal sind.
Die Stämme der Aborigines sind vielfältig. DNA-Untersuchungen haben erwiesen, dass sie keine
Ähnlichkeiten mehr mit dem PekingMensch haben. Sie nennen sich je nach Region binghi, kooree,
murry, yamidgee, die Frauen gin, kweeai, lubra.
Möglicherweise aber konnte eine kleine Gruppe der Ureinwohner der Einwanderungswelle vor 60.000
in Australien überleben. Es wären Nachkommen des homo javaensis, die aufgrund ihrer
Einzigartigkeit den Namen homo novalis erhalten.
Bei der GrossWildJagd entstand die erste ArbeitsTeilung, die allerdings nicht die Geschlechter betraf.
Hier ging es um Spezialisten bei der WerkZeugHerstellung, dem Jaden und der Verarbeitung. Durch
die Verbindung grösserer Gruppen bei der Jagd wurde zudem der Zusammenhalt der Clans und ihr
Austausch untereinander gefördert.
Die Streifen, Kreise und Zirkel der HöhlenMalereien waren traumative Visionen der Schamanen, die zudem
die spirituelle Erziehung der Kinder, die Vorbereitungen der Jagd (das Wild gnädig stimmen) und das
Heilen mit Pflanzen inne hatten.
Vor 12.000 Jahren wurde es wärmer, 2/3 des PolarEises schmolz und der MeeresSpiegel stieg um 120 m. Der
homo sapiens sapiens wurde sesshaft, weil es mehr Pflanzen gab und der AckerBoden fruchtbar war.
Das Ende des Nomadentums und die Errichtung von Städten mit mehreren Familien fand erstmals in
Mesepotamien statt. Dadurch konnte begonnenwerden, ViehZucht und WeizenAnbau auszuüben. Die Nahrung im
Überfluss förderte die Kunst, FreizeitGestaltung, und die Religion. Götter und Monumente entstanden.
Diese Hochkultur und Zivilisation war erst durch einen Ort ökonomischer, physischer und sozialer
Kontinuität möglich.
© Kempas 2005-09
eMail
die Hominiden
Die Hominiden umfassen alle Spezies, die seit dem letzten gemeinsamen Vorfahren von Affen und Menschen gelebt haben.
Charakteristisch für Hominiden ist der aufrechte Gang und – damit in Zusammenhang – ein relativ kurzes und
vertikales Gesicht und ein tief liegendes Hinterhauptsloch, an dem die steilgestellte Wirbelsäule ansetzt.
Ein weiteres Merkmal der Hominiden ist ihr großer Hirnschädel.
Die Entwicklung der Frühmenschen begann aber nicht mit dem Aufkommen eines grösseren Gehirns, sondern mit dem aufrechten Gang.
Dadurch wurden die Hände frei zur Werkzeugentwicklung- und handhabung. So konnte ein variableres Nahrungsangebot erschlossen
und damit erst die Erschaffung eines leistungsfähigeren Gehirns garantiert werden.
Der heutige Affe kann nicht so gut aufrecht gehen wie der Mensch. Unser Kopf mit der Wirbelsäule steht senkrecht über Becken
und Füsse, so dass die Seite nicht überlastig wird. Dafür sind die Gelenke an Wirbelsäule und Beine extrem vergrössert.
Zudem hat sich unser Fuss gewölbt, um den Körper optimal vorwärts zu bewegen und das Körpergewicht abzufedern.
Im Gegensatz zum Affen haben wir kein schmales Becken, sondern einen flachen Sattel. Die Oberschenkel sind x-förmig zu den
Knien geneigt. Das hat beim Laufen den Vorteil, dass 2/3 der Energie aus der Bewegung und 1/3 aus dem Stoffwechsel kommt,
denn im Gegensatz zum Affen können wir unsere Knie durchdrücken. Deshalb ist das aufrechte Gehen bei ihm extrem
kraftaufwendig. Ausserdem gehen sie auf ihren Knöcheln (knucklewalker).
Heute erreichen die intelligentesten Menschenaffen das geistige Niveau eines 3-jährigen. Ihr Sozialverhalten ist noch
instinktgesteuert. Ihre spätere Entwicklung kann nur darauf aufbauen.
Vor 12-7 mio Jahren lebte der gemeinsame Vorfahre von Mensch und Affe in Waldgebieten, in denen Fossilien schnell verwittern.
Aufgrund eines klimatisch bedingten Rückgangs des Urwalds vor 9-7 Millionen Jahren entstanden Busch- und Flusslandschaften.
Eine Hypothese besagt, dass der aufrechte Gang durch das Leben am Wasser entscheidend bedingt war. Denn im Wasser
ist es vorteilhafter, sich aufzurichten, um weniger Widerstand zu leisten. Zudem ist es leichter, im Wasser gehen
zu lernen, da es das Körpergewicht mitträgt. Neueste Funde legten sogar die Vermutung nahe, dass das heutige Gehen erst am
Rand des tropischen Regenwalds begann, und zwar noch bevor die Grassavanne entstand, die mehr Weitsicht erlaubte.
Letzteres ist zwar richtig. Doch das war nur ein weiterer Vorteil, der später entstand und die Entwicklung des
Menschen beschleunigte. Wie auch der Umstand, dass der Hominide nun wesentlich schneller gefährliche und nahrungskarge
Gebiete überwinden konnte. Denn der Hauptgrund für seinen aufrechten Gang bestand darin, dass er erst so Nahrung von Ästen
und Büschen greifen konnte. Noch vor Entstehung der Savanne. Bereits im Wald. Danach waren seine Händen auch frei, um die
Nahrung zu transportieren.
Frühe Funde beweisen, dass der Vormensch bereits in den Bäumen des Urwalds sich aufzurichten begann.
Hominide wie der Ardipithecus vor 5,8 Millionen Jahren besassen schon eine tiefere Austrittslage des Rückenmarks, ein
Hinweis auf den aufrechten Gang. Lange Beine waren keine Voraussetzung dafür. Deren Verlängerung erfolgte erst vor 2,5
Millionen Jahren.
Eine aufrechte Haltung war evolutionär so günstig, dass sie auch weiterhin dem Hominiden biologische Vorteile bot: Sie
bedeutete weniger Fläche für die Sonneneinwirkung ebenso wie für die Hitzerückstrahlung des Bodens. Auch der
Rückgang der Körperbehaarung und die Schweissentwicklung, die vor 2 Millionen Jahren zu einer Kühlung des Körpers führten,
machten den Menschen konkurrenzlos und setzten seinen Siegeszuges fort.
Schon vor 13 Millionen Jahren wurde in Spanien der Pierolapithecus catalaunicus gefunden. Und in Äthiopien der
rund zehn Millionen Jahre alte, gorillaähnliche Chororapithecus abyssinicus. Sie sind die letzten
bekannten Spezien, bevor sich die Linie von Affen und Menschen trennte. Ihre direkten Nachfahren haben sich jedoch
nicht zur menschlichen Art weiterentwickelt. Diese Abspaltung fand vermutlich vor sieben Millionen Jahren
mit Toumai statt. Die vom Schimpansen sogar erst vor 6 Millionen Jahren. Zunächst begannen sich unsere Augen weiter nach
vorn zu richten, die Schnauze zu verkürzen und sich Fingernägel zu bilden. Vor fünf bis sechs Millionen Jahren lebten
die beiden hominiden Gattungen Orrorin aus Kenia und Ardipithecus.
Bei Ardipithecus ramidus kadabba lässt die Gestalt eines Zehenknochens auf einen aufrechten Gang schließen, bei Orrorin
tugensis der Durchmesser des Oberschenkels. Vor ungefähr 3,5 Millionen gab es den Kenyanthropus platyops. Die berühmte
Lucy, eine Australopithecus afarensis, lebte ebenfalls in dieser Zeit.
Der vor etwa 2,5 bis drei Millionen Jahren auftauchende Australopithecus africanus hatte offenbar mit Australopithecus
afarensis einen gemeinsamen Vorfahren. Es scheint eine Aufspaltung der Hominidenlinie stattgefunden zu haben, von
der sich der eine Zweig zur Gattung Homo und schließlich zum modernen Menschen, der andere zu australopithecinen Arten
weiterentwickelte, die schliesslich vor etwa 1 - 1,5 Million Jahren ausstarben.
Es gab Australopithecus afarensis, Australopithecus africanus, Australopithecus robustus (nur Südafrika), Australopithecus
boisei (nur Ostafrika) und Australopithecus anamensis. Letzterer lebte vor 4,2 bis 3,9 Millionen Jahren und könnte der
Vorfahr des Australopithecus afarensis gewesen sein. Australopithecus garhi, eine vermutlich sechste 2,5 Millionen Jahre
alte Australopithecus-Art, wurde in Äthiopien entdeckt. Sie könnte das Bindeglied zur Gattung Homo sein.
Diese evolutionäre Übergangsphase hat vor etwa zwei Millionen Jahren stattgefunden. Homo rudolfensis (Kenia) und
Homo habilis (Tansania und Kenia) weisen zahlreiche gemeinsame Züge mit den früheren Australopithecinen und den
späteren Angehörigen der Gattung Homo auf. Homo erectus (erste Funde aus Nordkenia sind 1,5 bis 1,6 Millionen alt) und
auch Homo ergaster gehören dazu. Noch ältere Fossilien dieser Art stammen aus dem Kaukasus (Dmanisi bei Tiflis) und werden
auf 1,75 Millionen Jahre geschätzt. Homo erectus wanderte offenbar erheblich früher nach Europa. In Nordchina hielt er sich
bereit vor 1,36 Millionen Jahren auf. Da Homo habilis mindestens 400.000 Jahre gemeinsam mit Homo erectus in Ostafrika
lebte, kann er nicht sein Vorfahr gewesen sein. Beide haben wahrscheinlich einen gemeinsamen Ahnen.
Ein qualitativer Sprung zum Menschen fand mit der Sprachentwicklung statt. Sie ermöglicht es, Erfahrungen weiterzugeben und
damit zu tradieren, sowie Kommunikation bei der Jagd (Warnung, Organisation). Nicht zuletzt fördert sie abstraktes Denken
und somit Kreativität und Erfindungsgeist.
Beim Australopithecus afarensis war die Sprechfähigkeit noch nicht vorhanden. Aber sie kann beim homo habilis erstmals nachgewiesen
werden: Das für die Sprache wichtige Wernicke- und Broca-Zentrum auf der Oberfläche der linken Gehirnhälfte gab es bereits
ansatzweise.
Und eine weitere Entwicklung fand zu dieser Zeit statt, die uns bis heute stark beschäftigt: Sex. Aufgrund der Verlängerung der
sexuellen Empfängnisbereitschaft beim Weibchen ergaben sich Anreize zur Partnerbindung für die Männchen. Dadurch wurde
nicht nur der Nachwuchs zahlenmässig erhöht, sondern auch seine Versorgung verbessert. Dazu gehörte auch Nahrungsteilung, die die soziale
Zusammengehörigkeit noch erweiterte.
Der erste Hinweis auf die kontrollierte Nutzung des Feuers stammt aus Israel und ist 790.000 Jahre alt. Doch bereits vor
1.5 - 1.2 Millionen kann der systematische Gebrauch von Feuer durch erectus / ergaster unterstellt werden. Vor allem in Höhlen
galt es als Wärmespender, Schutz und Nahrungszubereitung. Auch mit der Weiterentwicklung von Steinwerkzeugen
konnte Fleisch als grösster Proteinlieferant zum Hirnwachstum beitragen. Denn der Darm wurde mit dem Vorkochen und Zubereiten
der Mahlzeiten erheblich entlastet und konnte Arbeitsenergie für das Gehirn freistellen. Erst mit dieser Versorgung begann
es sich wirklich zu entfalten. Schliesslich benötigte es bei fortlaufender Vergrösserung 20% der Gesamtenergien des Körpers.
Vorher war der Mensch nur Aasfresser gewesen. Jetzt lernte er, mit Waffen zu jagen, sich dabei zu verbünden und noch mehr
Fleisch zu besorgen.
Der Siegeszug des Menschen begann. Nördlich von Tokyo
wurden Pfahllöcher einer 500.000 Jahre alten, von Homo erectus angelegten Hütte gefunden. Dies ist der älteste Hinweis
auf eine von menschlichen Vorfahren errichtete Behausung, die über das Mass einer blossen Grotte hinausging. Vor 400.000 Jahren
sind dann die Schöninger Speere gefunden worden, die ältesten bekannten Jagdwaffen. Jagd ist noch kein Indiz von auch nur
zeitweiliger Sesshaftigkeit. Die Vervollkommnung ihrer Technik aber schon: Es gab mehr Musse zur Kreativität. Vor etwa
10.000 Jahren begannen die Menschen dann in Mesepotamien wirklich sesshaft zu werden und Pflanzen und später auch Tiere zu
domestizieren. Folge waren weitere Innovationen, aber auch Krankheiten: durch das angebaute Einkorn zerrieben sich die Zähne
schnell. Es kam zu erheblichen Infektionen und tötlichen Beschwerden. Die Lebenserwartung sank zudem durch die konzentrierte
Ausscheidung und anderen Abfall, der nicht richtig entsorgt wurde. Erst durch die Kanalisation im späten Mittelalter wurde
dem effektiv begegnet.
Die Besiedelung Europas fand in mehreren Etappen statt. In Nordspanien wurde der rund 780.000
Jahre alte Homo antecessor gefunden. Er gilt als ein unmittelbarer Vorfahre des Homo sapiens. Der moderne Mensch, der Homo
sapiens sapiens, trat erstmals vor gut 120.000 Jahren in Afrika auf. Vor rund 100.000 Jahren erreichte er Asien, vor etwa
60.000 Jahren Australien (neue Funde wie Werkzeuge datieren die Zeit sogar auf vor 175.000 Jahre) sowie vor 40.000 Jahren
vom Mittleren Osten aus Europa und Nordafrika.
Der Neandertaler selbst gilt als ausgestorben. Aber es ist sehr gut möglich, dass er sich in der homo sapiens-Linie
genetisch eingebracht hat. Er besass eine hervorragende
Anpassung, die ihm allerdings beim Klimawechsel vor 35.000 Jahren zum Ballast wurde.
Die genetische Vielfalt des Menschen ist noch heute in Äthiopien, dem einen möglichen Entstehungszentrum des Homo
sapiens am größten.
Den Javamenschen (homo erectus javaensis) gibt es nicht mehr, da seine Nachfahren, die sich mit dem homo sapiens vermischt
haben, im Asiatischen Völkermix aufgegangen sind.
Der Aboriginie, der lange Zeit isoliert in Australien lebte wie auch die Eingeborenen Papua-Neuguineas
und das Ursprungsvolk Nord-und Südamerikas tragen noch bis heute geringe anatomische Merkmale dieser Zeit. Doch auch
ihre Gene sind bereits vor der Isolierung mit dem homo sapiens sapiens identisch gewesen.
Es herrschen mittlerweile 3 grundlegende Menschenrassen auf der Erde vor: die Europiden,
Mongoliden und Negriden.
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