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die Kultur

Kunst und Kultur von Mensch und Neandertaler

Die erste Kleidung des homo erectus vor 400.000 Jahren diente eher dem Schutz vor Mücken als vor Kälte. Nachts konnte er sich am Feuer wärmen. Dort begann er auch, Fleisch zu braten, so dass der Magen-Darm-Trakt entlastet wurde und mehr Energie für ein grösseres Gehirn verblieb.
Erst mit Beginn der Eiszeit kamen Schuhe und Fellkleidung hinzu. Zudem wurde die Haut dann mit Tierfett eingerieben. Hütten und Unterstände dienten lediglich als Schutz gegen Wind und Wetter. Mensch und Neandertaler waren noch Nomaden. Sie konnten sogar mit Flössen die Flüsse befahren.

Neben Fischen aber war die häufigste Nahrung Fleisch. Bei der Jagd wurden Fallen eingesetzt sowie Speere und Schleudern. Bei der Grosswildjagd entstand die 1. Arbeitsteilung. Nicht unter den Geschlechtern, auch Frauen jagten. Denn es herrschte Matriachat aufgrund der Gewährleistung von Nachkommen und somit der Erhaltung des Clans. Aber die Werkzeugherstellung, die Jagd und die Verarbeitung der Beute forderten erste Spezialisierungen. Zudem wurde bei den Menschen durch die Verbindung zu grösseren Gruppen bei der Jagd der Zusammenhalt und Austausch bei den Clans gefördert. Die Neandertaler kannten diese Verbindungen nicht. Diesem mangelnden Gemeinschaftssinn lag seine Unfähigkeit zu tieferen sozialen Kontakten zugrunde. Sie war auch einer der Gründe, dass er sich dem homo sapiens gegenüber nicht lange behaupten konnte. Wo sich in der Not wie beim Kämpfen mehrere Gruppen verbündeten, blieb er allein. Der einzelne musste mehr riskieren. Auch wenn sie grössere Säugetiere schon im Team überwältigten. Sein Durchschnittshöchstalter lag deshalb bei 30 Jahren, obwohl er durchaus 60 werden konnte (nur 20% wurden älter als 40).
Hinzu kam, dass seine Fortpflanzungsrate im Gegensatz zum sapiens schlechter war, und er die häufigen Todesfälle nicht ausgleichen konnte. Denn gerade seine Jagdtechnik liess ihn grosse Gefahren auf sich nehmen: Er musste mit seinen Stosswaffen dicht an Beutetiere wie Mammuts und Wildpferde heran. Dabei holte er sich zahlreiche Verletzungen und Knochenbrüche, denen er oft erlag. Gehunfähige Neandertaler aber wurden in der Regel zurückgelassen und nicht beerdigt.

So war sein Leben ein reiner Überlebenskampf. Ihm blieb keine Zeit, sich für Kunst oder anderes wie die Verbesserung von Handwerksgegenständen Gedanken zu machen. Bei einem Höhlenwechsel ließen sie ihre Besitztümer immer zurück und schufen neue. Während der homo erectus in wärmeren Perioden auch seinen Sinn für Musik (kleine Flöten), Kunst und Schmuck sensibilisieren konnte, bedurfte es für den Neandertaler erst des homo sapiens, um sich dieser Möglichkeiten bewusst zu werden.
Keil        Bei seinen Begegnungen mit ihm schaute er sich durchaus die Techniken ab und baute sie nach. Knochenahlen dienten der Bearbeitung von Leder und Fellen. Holz, Geweihe, Knochen und Feuerstein dienten der Herstellung von Griffen, Behältern und Waffen. Mit Birkenpech wurden Messer und Speere zusammengeleimt.
Sogar Hütten aus massiven Mammutknochen wurden gefunden. Die Siedlungsplätze teilen sich in Werksplätze wie Schlachten und Häuten auf sowie in Wohnlager mit eingefassten Feuerstellen für längere Aufenthalte. Zog er weiter, wurde das Werkzeug meistens zurückgelassen. Baumharz, Rinde, Bast und Feuerstein gab es überall.
Oft auch tauschte er Schmuck, Waffen und Handwerkszeug gegen anderes ein. Aber ihm fehlte das symbolische Denken des sapiens, der vor allem durch eine ausgefeilte Sprache abstrakter zu planen vermochte.

Ein Abbild der Kunstfertigkeit des homo sapiens waren seine Höhlenmalereien und Gravierungen. Sie bestanden oft aus Streifen, Kreisen und Zirkeln und waren die Visionen der Schamanen. Diese Kunst ist vor 20.000 Jahren allein durch ihn entstanden (Die Neandertaler kannten keine Felsmalereien). Der Schamane war für die spirituelle Erziehung der Kinder und das Heilen mit Pflanzen zuständig, aber auch, um das Jagdwild gnädig zu stimmen. Nicht zuletzt bildete er in seinen Träumen eine Brücke zu den Toten. Eine Reise in eine andere Welt hinter den Augen wie bei den Aborigines.
Totenbestattungen wurden zu rituellen Handlungen für eine Verbindung zwischen Leben und Tod. Aufgehäufte Stöcke und Steine dienten zunächst als Schutz vor Aasfressern. Die Grabbeilagen begleiteten den Toten in die andere Welt. Der Glaube an Unsterblichkeit und ein Leben danach linderte die Angst vor dem Tod. Wie es auch heute noch die Hauptaufgabe aller Religionen ist.
Bereits vor 100.000 Jahren hatte auch bereits der Neandertaler angefangen, seine Toten zu bestatten. Sie überliessen sie nicht mehr denTieren zum Frass und legten ihnen auch Speisen für den andere Seite bei. Sie waren es, die die ersten Gräber anlegten. Später erst übernahm der Mensch diesen Brauch. Der Leichnahm wurde in der Levante im Nahen Osten in einer speziellen Position beerdigt. Alle Skelette sind intakt, weil Raubtiere nicht mehr an die Gräber rankamen. Es gibt aber keine Hinweise auf einen Gottglauben. Diese Behandlung diente allein der Unversehrtheit in einer anderen Welt.

Der homo sapiens war auch noch nicht soweit, über die Verklärung der Wirklichkeit durch ein höheres Wesen nachzudenken. Vielmehr widmete er sich der Grosswildjagd, wobei die erste Arbeitsteilung entstand, die allerdings nicht die Geschlechter betraf. Hier ging es um Spezialisten bei der Werkzeugherstellung, dem Jaden und der Verarbeitung. Durch die Verbindung grösserer Gruppen bei der Jagd wurde zudem der Zusammenhalt der Clans und ihr Austausch untereinander gefördert.
Das Ende des Nomadentums und die Errichtung von Städten mit mehreren Familien fand erstmals in Mesepotamien statt. Dadurch konnte begonnenwerden, Viehzucht und Weizenanbau auszuüben. Die Nahrung im Überfluss förderte die Kunst, Freizeitgestaltung, und die Religion. Götter und Monumente entstanden. Diese Hochkultur und Zivilisation war erst durch einen Ort ökonomischer, physischer und sozialer Kontinuität möglich.

Als es vor 12.000 Jahren dann endgültig wärmer wurde, 2/3 des Polareises schmolz und der Meeresspiegel um 120 m stieg, wurden die Ebenen wieder fruchtbarer und grüner. Es gab mehr Pflanzen und besseren Ackerboden. Der homo sapiens wurde sesshaft.
Die ersten Städte entstanden in Mesepotamien. Es gab Nahrung im Überfluss und die Familien blieben zusammen. Die Menschen fanden mehr Zeit für Kunst, Werkzeugherstellung, Aufzucht von Haustieren (Wölfe) und Viehzucht (Schafe und Ziegen), das Sammeln von Früchten und Beeren und den Ackerbau mit Weizen.
Der Urbau des ersten Hauses war übrigens keine Wohnstätte, sondern ein Götterkult. Nun fand er Muße, sich für alle für ihn noch unverständlichen Phänomene dieser Zeit eine Instanz zu suchen, die er dafür verantwortlich machte. In dieser Art Hochkultur begann die heutige Zivilisation. Das war nur an einem Ort ökonomischer, physischer und sozialer Kontinuität möglich. Etwas, das den anderen Menschenarten vorher nicht gelungen war.

Neandertaler   Es hatte sich in der Vorgeschichte herausgestellt, dass der Hominide - und zwar nur er - am besten mit den ständigen Klimaschwankungen und den damit einhergehenden Veränderungen klar kam, wenn er sich nicht zu sehr körperlich anglich und spezialisierte, sondern die Variabilität seiner Entwicklungsmöglichkeiten breit fächerte. Dieser Offenheit gegenüber Umwelteinflüssen verdanken wir nicht zuletzt unser Überleben als einzig verbliebene menschliche Spezies. Die Geschichte hat also gezeigt, wie Evolution ausgehen kann, wenn sich eine Gattung physisch zu sehr an augenblickliche Verhältnisse anpasst.




Klebstoff
Lange vor dem sapiens haben die Neandertaler den Klebstoff erfunden. Die Leimherstellung aus dem Stoff der Birkenrinde ging so: Ein schwarzer Klumpen aus Betuin, dem Birkenpech, wurde in einem Feuer verschwelt. Dazu gruben sie die fest gerollte Birkenrinde in einem festen Tongefäss luftdicht verschlossen ein und klopften die umgebende Erde mit hellem Sand fest. Zunächst verbreitete der Schwelbrand einen Geruch nach geräuchertem Schinken. Dann schwitzte die Birkenrinde unter Sauerstoffausschluss das Pech aus.
Die klebrige Masse floss nur, wenn die Hitze nicht zu gross wurde (400°C). Die geringe Temperatur, der Luftabschluss und die trockene Destillation (Verschwelen) ohne Sauerstoff führten zu einem schnellen Prozess, wobei die dunkle, zähflüssige Teermasse bei erneuter Erhitzung wiederverwertbar war.
Daraus wurde der Klebstoff der Steinzeit. Das Pech konnte abgekühlt und ausgehärtet als Kügelchen transportiert und so von weniger Spezialisierten genutzt werden. Zur Weiterverarbeitung musste es nur erneut erhitzt werden. Damit wurden Schäftungen haltbarer gemacht, also Stein und Holz verbunden. Das heisst, die Klingen aus Feuerstein und der Griff des Messers aus Holz wurden zusammengeklebt und anschliessend mit Tiersehnen umwickelt.




die Sprache
Wie schon bei der Beschreibung der Krümmung des Keilbeins darauf hingewiesen wurde, dass nämlich vor 2 Millionen Jahren bei der 4. Krümmung der aufrechte Gang entstand, wodurch auch der Kehlkopf befreit wurde, und der Mensch zu sprechen begann, ist das heutige Sprachvermögen einem ähnlich mutativen Sprung der Gene zu verdanken.
Erst seit 200.000 Jahren hat sich das sog. FoxP2-Gen auf dem Chromosom 7 entwickelt, also während der Entstehung des homo sapiens. Es ist an der Sprachentwicklung des Menschen beteiligt und hat sie vervollkommnet. (bei dessen Mutation kommt es zu schweren Sprachstörungen). Obwohl auch viele Tiere dieses Gen besitzen, ist die menschliche Version doch einzigartig. Es gibt uns die Fähigkeit zu sprechen. Dabei wird diese komplexe Fähigkeit von mehreren Genen gesteuert. Das Fox P2 steht besonders in engem Zusammenhang mit den grundlegenden motorischen Fähigkeiten für das Sprechen. Und genau dieses Gen ist beim Neandertaler mit dem unseren identisch. Er konnte also sprechen, wenn auch einfacher.
In dieser Zeit haben sich übrigens auch die letzten beiden Gene im Gegensatz zum Schimpansen geändert. Seitdem sind unsere Zungen und Lippen beweglicher. Wir können viel variabler artikulieren. Der Neandertaler hatte mit seiner flachen Schädelbasis seit 300-400.000 Jahren keine gemeinsamen evolutionären Schritte mehr mit uns getan. Sein Kehlkopf steckte weiter hinten als beim heutigen Menschen. Er besass keine richtige Resonanz und konnte nicht so differenziert sprechen. Vor allem keine langen Vokale.
Sprache aber hilft dem Abstraktionsvermögen. Man kann besser planen und sein Wissen an die Kinder weitergeben. Der Neandertaler konnte nur in materieller Form seinen Bildungsstand hinterlassen, während der sapiens aus dem optimierten Denkvermögen Kunst, Bilder, Musik, später sogar Bücher und andere Speicherformate erfand.
Aus den Möglichkeiten der Freizeit, die seine verbesserte Handwerkskunst und Jagd- und Bodentechnik erlaubten, entwickelten sich dann auch die Religionen in all ihrer Vielfalt. Begann er doch nun, sich auch über das Wesen des Todes und über ihn hinaus Gedanken seiner Sterblichkeit zu machen. So ist Religion immer mit dem Tod verbunden. Als Überwindung der Angst, nicht mehr zu existieren.
Mit der Sprache und der einhergehenden Intelligenz entwickelte der neue Mensch auch eine Sozialisation, die ihn endgültig dem Neandertaler überlegen machte. Bei Vermehrung, gegenseitiger Unterstützung, Schutz, Hilfen bei Not und Infoaustausch in Sachen Kultur, Nahrung und Werkzeug, gelang es ihm, sich dem kälter werdenden, also auch in Fauna und Flora rasch veränderndem Klima anzupassen.

Die Entstehung von Sprache ist jedoch schon seit Millionen von Jahren angelegt. Die Gesten des Menschen entstanden früher als seine Laute und sind bereits 8 mio Jahre alt (lange vor der Sprache). Es gibt diesbezüglich 2 Zentren: das Broca-Areal, das die Bildung von Wörtern regelt, und das Wernicke-Areal, das für die Wahrnehmung zuständig ist. Beide Regionen sind durch einen Nervenstrang miteinander verbunden. Zuerst gab es eine Art Zeichensprache vor der Lautbildung. Sprache ist dann aus der Gestik entstanden. Seit 4 mio Jahren kann unser Gehirn diese Zeichen entschlüsseln. Zunächst hatte die Stimme die Handgestik nur unterstützt und verstärkt. Später unterstrichen die Gebärden die Lautsprache.
Vor 3 mio Jahren gab es bereits eine Art Protosprache wie bei einem Eineinhalbjährigen, ohne Grammatik. Sie bestand aus einer Kombination aus Gesten, Tonfall und einzelnen Wörtern. Innerhalb einer Generation konnte daraus eine Syntaxsprache erwachsen, die einzelne Begriffe kombinierte und sich bereits gezielt auszudrücken vermochte.
Dann, vor 2 mio Jahren, begannen wir zusprechen. Das mehr und mehr gemeinschaftliche Leben erbrachte Kommunikation. Der Rachen diente als Klangkörper. Und ein hochentwickeltes, plastisches Gehirn entstand nicht zuletzt durch den Fleischkonsum.
Die Schädelbasis beim Neandertaler ist wie beim Menschen geneigt, so dass auch bei ihm Lautbildung möglich war. Sie förderte wie der aufrechte Gang und die Haltung des Kopfes am Ende der Wirbelsäule die Sprachbildung. Das heisst, auch die Zweibeinigkeit war der Ursprung von Sprachfähigkeit. Am Zungenbein setzen wichtige Bänder und Muskeln an, die das Sprechen erst möglich machen. Beim modernen Menschen sitzt der hufeisenförmige Knochen über dem Kehlkopf, wo die Stimme entsteht. So lässt sich heute ablesen, wie weit der Abstand zwischen Kehlkopf, Rachen und der Schädelbasis bestand: Entsprechend gross war der Resonanzraum. Die Rachenhöhle des Neandertalers war nämlich kürzer, aber breiter als beim Menschen. Er hatte deshalb eine hohe Stimme. Mit dem großen Brustkorb und der großen Nase gab er aber keine zarten Töne von sich, sondern sprach eher nasal und sehr laut.
Noch vor der Felsmalerei muss es eine artikulierte Sprache gegeben haben (vor 500.000 Jahren). Ein gemeinsamer Vorgänger von Neandertaler und Mensch war der homo ergaster vor 2 mio Jahren, der auch schon sprechen konnte. Die Sprachentwicklung hängt auch mit dem Aufkommen von standardisierten Werkzeugen zusammen.
Vor 100.000 Jahren gab es die ersten Schmuckgegenstände in Afrika und im Nahen Osten (gefärbte Muscheln mit Löchern wurden an einer Schnur getragen). Durch diesen Körperschmuck wurden Botschaften übermittelt.
Auch der Neandertaler war zu sysmbolischen Darstellungen in der Lage, wie seine Malereien und Hornschnitzereien beweisen. Vor 50.000 Jahren setzte er Manganoxyd als Färbemittel ein. Die Farben wurden auf Sandstein aufgetragen.
Auch ein erwachsener Schimpanse kann alle Laute des Menschen wiedergeben. Aber er kann nicht sprechen, weil er die meisten Laute nicht kontrolliert und sie und ihre Gebärden nicht mit einem Sinn verknüpft. Aber z.B. werden seine Schlaggesten mit der rechten Hand von der linken Hirnhälfte - dem heitigen Sprachzentrum - gesteuert.
Das menschliche Gehirn ist im Verhältnis zu einem ausgewachsenen Menschen viel kleiner (25%) als das von Schimpansen (40%) und Makaken (70%). In ihm sind viele Anlagen bereits vorhanden, von denen der Mensch jedoch einige bis zur (heutigen) Vollkommenheit optimierte.




Vermischung
Aus dem erectus, der vor mehr als 2 Mio Jahren in Afrika geblieben war, ist der heutige Mensch geworden (der andere lebte noch bis vor 200.000 Jahren weiter in Asien). Doch immer wieder zog es ersteren aus dem Mutterkontinent hinaus. Seine ältesten Funde in Europa wurden vor 1 Mio Jahren in den Alpengebieten gefunden. Keine Knochen (die erst seit 80.000 Jahren), aber Jagdwaffen, die indirekt auf ihn schliessen lassen. Er ist über das heutige Italien oder Gibraltar eingewandert, als das Mittelmeer flacher war. Später dann immer wieder über Vorderasien und den Kaukasus.
Der Neandertaler, der auch auf einem dieser Wege gekommen und seit 350.000 Jahren in Europa heimisch war, musste sich vor 50.000 Jahren der neuesten Entwicklung seiner Gattung stellen. Immer wieder sind die modernen Menschen auf ältere Spezien gestossen. In Asien haben sie sich vermischt, in Europa wohl auch. Aber hier war die Zeit eines gemeinsamen Zusammengehens zu kurz. Die folgenden Mischgenerationen konnten sich nicht festigen. Dazu war die Eiszeit in Europa zu stark. Der Neandertaler hat nicht überlebt. Auch nicht seine Hybriden. Auch wenn letztere wohl existiert haben dürften. Sie sind nur noch nicht gefunden worden.

Allgemein kann man sagen: Wo es genügend Neandertaler in einem angenehmen Klimahabitat gab und er dort auf viele homo sapiens traf, ist er in ihnen aufgegangen. Und seine Gene (als Variante homo javaensis) haben sich im Laufe der Zeit durch ihre Dominanz verflüchtigt. Das war in Asien der Fall. Hätte er als eigene Spezie überlebt, dann wäre es ihm womöglich wie dem homo floresiensis gegangen, der noch lange Zeit eine Nische zum Überleben gefunden hatte. Das dies eine Insel war, begünstigte dessen Kleinwüchsigkeit. Vielleicht hätte der Neandertaler als kleine, kompakte Lebensform im hohen Norden überlebt. Warmblütler neigen dazu, wenn es sein muss, zu schrumpfen. Hätte er sich nur 15000 Jahre länger der kargen Zeit anpassen können, wäre zum Beispiel ein Umdenken in der Jagdtechnik möglich gewesen.
Schliesslich hat er sich auf mentalem und kulturellem Gebiet bereits eine Menge vom Neuzeitmenschen abgeguckt. Bereits wie dieser besass er das Bewusstsein seiner eigenen Vergänglichkeit. Wie schon oben auf dieser Seite beschrieben, hatte der Neandertaler auch Totenbestattungen. Innerhalb weniger Jahrtausende war also auch er in der Lage, aus dem Wissen um den Tod Fluchtmechanismen und schamanistische Rituale anzuwenden, um den Gedanken an seine Sterblichkeit zu ertragen.
Es steht zu hoffen, dass der Mensch, der heute als einziger der Menschenrasse überlebt hat, nun endlich darüber hinweg kommt, dass er vergänglich ist. Hier hat ihn die Religion immer schon in der Entwicklung aufgehalten. So ist vielleicht einmal zu erwarten, dass er akzeptiert, dass sein Tod ewig ist und die Materie seines Körpers sich zu Neuem fügt. Wir befinden uns bereits im Prozess der 6. Krümmung des Keilbeins. Schliesslich soll eine Veränderung der Kopffläche und Gehirnkapazität nicht durch dummen göttlichen Aberglauben mystifiziert werden. Eine wahre Chance zur Verlängerung unseres Lebens haben wir nur, wenn wir es bioneuronal schaffen. Und eine genetische Kultivierung in fest umrissenen Bahnen verbleibt.